24.08.2012

"Das würdest du im echten Leben doch auch nicht sagen!"

Solche Kommentare kommen meistens von Leuten, die ihre Internetmitmenschen über ihr scheinbar unangemessenes Verhalten aufklären wollen. (Manche finden ein "Das gefällt mir nicht." schon als Beleidigung. Hoho, ich kann so gnadenlos ehrlich sein, wenn mir was nicht gefällt. Aber wenn andere etwas schön finden, habe ich auch das Recht etwas nicht schön zu finden und sollte es auch äußern dürfen! "Wer gibt dir das Recht sowas zu sagen?" Ich nehme es mir. Wer gibt anderen das Recht etwas schön zu finden und es äußern zu dürfen, während andere stillschweigen müssen, weil es nicht dem Geschmack entspricht? Oh the humanity...)
Zugegeben, meistens kommentiert ein Durchschnitts-Hasser dann irgendwas Inadäquates in Richtung "Du bist fett." 
Stimmt, die meisten Leute würden nun nicht wildfremden Menschen auf der Straße "Du bist fett" sagen. Man sollte im Internet idR schon ein sozial-tolerantes Verhalten an den Tag legen (...)

Aber was war das jetzt mit dem Zitat?
Nicht nur, dass man im wahren Leben keine dahergelaufene Person beleidigt, man macht einer dahergelaufenen Person gleichen Geschlechts in der nonvirtuellen Welt normalerweise keine Komplimente. (Wobei natürlich Komplimente gesellschaftlich akzeptierter sind.)

Die wenigsten (!) gehen doch auf eine Person zu und sagt ihr, dass ihr Gesicht bspw. schön ist.
Das höchste der Gefühle ist wahrscheinlich "Hey, dein Rock ist schön, wo krieg ich den her?"

Und deshalb finde ich es schade, wenn Leute so seltsam reagieren, wenn ich sage "Du bist hübsch." Denn genau das schreibe ich im Internet, aber ich bringe dabei auch den Mut auf, es einem echten Menschen ins Gesicht zu sagen. 

Fazit: Mehr Hass und Komplimente in der Öffentlichkeit.
YEAH. D:


09.08.2012

Wie mich ein dunkelroter Einband glücklich machen kann.

my preciousssss
Nicht nur, dass ich dunkelrot äußerst schmuck finde, hinzu kommt noch, dass ich nun Besitzerin dieses Schmuckstücks bin.
Ihr könnt sicherlich nicht erahnen, wieviel mir dieses kleine Ding bedeutet. :>

Freiheit!
Ich kann Dinge machen..das ist unfassbar. Die Welt hat sich mir eröffnet.
Ich könnte jetzt einfach so einen Billigflug nach Großbritannien buchen! Einfach so, ohne ein lästiges und teures Visum.
Ich kann wählen gehen.
Und naja, im Prinzip war's das erstmal, aber das sind große Möglichkeiten, die ich vorher nicht hatte.

"Aber du wurdest doch hier geboren?"
Tja, das Gesetz (Geburtsortprinzip) , das regelt, dass Neugeborene in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen können, gilt erst seit 2000. Und ich bin nicht 12 oder jünger. Folglich musste ich zwangsläufig die Staatsangehörigkeit meiner Eltern übernehmen.

Ich freu mich schon auf die kommenden Momente, in denen man mich wieder positiv diskriminieren wird.(Nicht schlimm, nur amüsant.)

"Woher kommen Sie denn?" DEUTSCHLAND! Naja, tu ich ja auch. Aber meistens antworte ich das, was sie eigentlich hören wollen. Nämlich den Geburtsort meiner Eltern. Irgendwie absurd, wenn man drüber nachdenkt. Also lieber nicht denken.

"Sie sprechen aber gut Deutsch!" 

"Wurden Sie hier geboren?"

"Sind Sie die Tochter der Imbissverkäuferin dort drüben?" (ernsthafte Frage einer Kundin) WHAT?!!!!! Und sind Sie vielleicht die Großmutter der Organspenderin eines Freundes?!?! Absurdität ³


Die ganze Prozedur des Deutschwerdens der Einbürgerung hat mich ein Jahr und offiziell 255€ + 60€ (Perso+Reisepass) gekostet. Da mein Herkunftsland aber so wunderbar korrupt ist, kann man etwa mit dem doppelten Betrag rechnen - dafür geht's dann eben schneller. 
It's funny because it's true.

Die "feierliche" Übergabe meiner Einbürgerungsurkunde war vom Gefühl her sogar schöner als die Abiturzeremonie. Lag vielleicht aber auch daran, dass mein Abitur auch nicht gerade so hervorragend war.