17.07.2014

Letztens im Zug sah ich einen kleinen Jungen, der lackierte Fingernägel hatte.



Immer wenn man von kleinen Jungs (Alter 3-5?) liest, deren Eltern es erlauben, das zu tragen was ihnen gefällt, entsteht immer eine heiße Diskussion. So zumindest, wenn die Jungs Klamotten tragen wollen, die "für Mädchen bestimmt" sind. Den Eltern wird dann vorgeworfen, dass das Kind dann ja nur gemobbt werden kann und dass sie gefälligst zu entscheiden haben, was das Kind zu tragen hat, damit es lernt was "richtig" und was "falsch" ist, da sonst die Orientierung für das Kind fehlt und es vollkommen desillusioniert in der Welt aufwächst. (Genderneutral? Dann lieber gleich zur Adoption freigeben! So nach dem Motto.)
Wieso wird dem Kind der eigene Geschmack,  der Eigensinn eigentlich nicht zugesprochen? Weil sie dafür zu jung sind? Mit 3-5 können Kinder doch auch schon sagen, welches Eis sie am liebsten essen, ohne dass jemand ihnen das eingetrichtert hat. Kinder haben eine eigene Meinung. Vielleicht ist diese nicht so eng und klar, aber nie würde ich sagen, dass Kinder nicht wissen was sie wollen.

Und eigentlich ist das nur eine Thematik, die die Jungs betrifft, da Mädchen alles tragen dürfen, was Jungs auch tragen. Hosen beispielsweise. Ist doch eigentlich auch so ein "Jungsding". Hat sich aber etabliert. Wieso ist das andersherum noch nicht so? Es ist doch nur Kleidung.

Einhergehend mit dem Mobbing, scheint auch die Annahme zu existieren, dass damit eine Homo-oder Bisexualität "verhindert" wird. Sozusagen ein Augenverschließen vor der Realität, da man ja schlecht seine sexuelle Orientierung ändern kann, nicht? ;) Was man nicht sieht, wird auch nicht so sein. Was natürlich nicht heißt, dass nur Jungs, die homosexuell oder bisexuell sind, Kleider tragen wollen würden (man weiß nie).
Kinder können immer gemobbt werden. Egal weswegen! Da können die seltsamen Eltern sein, das komische Aussehen, Migrationshintergrund oder eben der Kleidungsstil. Niemand ist per se davor geschützt.

Und im Alter tragen die Leute sowieso das was sie wollen. Da trägt der eine mal einen Dutt, der andere kommt mit Schminke in die Uni und auf dem Christoper Street Day drehen modisch auch alle am Rad. Ist doch super!

Kommentare:

  1. Ich finde es immer furchtbar, wenn als Gegenargument gegen außergwöhnliches Auftreten kommt: "Aber die werden dann doch gemobbt!". Wie wär's, wenn man Kinder dahingehend erzieht, zu anderen höflich und respektvoll zu sein, anstatt sie andere, die nicht ins Schema F passen, mobben zu lassen? So ein schwachsinniges Argument -.-

    Dass Mädchen zwar "Jungssachen" tragen/machen/mögen dürfen, Jungs aber keine "Mädchensachen" liegt an dem patriachalen System unserer Gesellschaft. Es ist okay, als Mädchen ein Junge sein zu wollen, weil Jungs cooler sind und Männlichkeit ein erstrebenswertes Ideal. Andersherum gilt das Gegenteil, niemand >will> ein Mädchen sein, Frauen sind das schwache Geschlecht, blablabla. Deswegen haben es Jungs schwerer/wird es ihnen schwerer gemacht, sich "feminine" Attribute anzueignen als umgekehrt.

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    1. Allein die Tatsache, dass man dem Kind zeigt, dass es falsch ist, was es macht oder wie es sich verhält, nur weil es was nicht Geschlechtskonformes macht...wieso? Das juckt doch keinen. Man sollte über den Dingen stehen können. Auch als Kind. Dahingehen sollte auch die Erziehung verändert werden, da gebe ich dir Recht.

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  2. naja ein kleiner bub in einem mädchen outfit bietet prinzipiell schnell viel angriffsfläche...weil das homophobe ja doch sehr tief in eigentlich fast allen kulturen und gesellschaften steckt.
    ich werde immer nur müd belächelt, wenn ich sage, dass es für mich toll wäre, wenn jeder sich so ankleiden kann wie er lustig ist. männer in rosa cocktail kleider und pumps und so...quasi im stile von tribute von panem..also diese reichen dort im kapitol.
    naja, wer weiß schon, was die zukunft alles bringt!!

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    1. Die alten Griechen mit ihren männlichen Bettgenossen hatten eine ganz andere Sicht gegenüber homosexuellen Handlungen. Ob Homophobie im Zuge von Religionen verstärkt worden ist? Ich weiß es nicht. Ja, leider bietet es so viel Angriffsfläche, aber der Kern der Sache ist mir unverständlich, wenn man doch Kleidung einfach neutral sehen sollte.

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  3. Das ist genauso traurig das viele auch behaupten, es ist nicht richtig gleichgeschlechtlichen Paaren zu erlauben Kinder zu adoptieren, weil sie ja sonst von den anderen gemobbt werden oder es ihren Eltern "nachmachen" könnten.

    Ich stimme Anonym nummer 1 da vollkommen zu. Anstatt Kinder in "Rollen" zu drängen damit sie auch ja nicht fertig gemacht werden weil sie anders sind, sollte man sie zu Respekt und Toleranz mit anderen Menschen erziehen.

    Wie du es schon geschrieben hast, leider finden einige Menschen immer einen Grund, einen Menschen fertig zu machen.

    Je Unterschiedlicher die Menschen sind, desto interessanter ist doch das leben!

    Mit sonnigen Grüßen
    von deiner neuen Leserin(ich sollte mir mal einen Namen überlegen XD)

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    1. Ja..weil Kinder von Gleichgeschlechtlichen auch per se homosexuell werden. Wegen Erziehung und so. Demnach entstehen aus heterosexuellen Beziehungen auch keine homosexuellen Kinder. Logische Schlussfolgerung. Wo ist mein Nobelpreis??
      Finde auch, dass Toleranz verstärkt werden sollte.

      Schön, dass du neu hier bist, Anonym-ohne-Name. ;)

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  4. ich stimme dir vollkommen zu! man sollte seinen kindern schon im kleinkindalter entscheidungsfreiheit lassen. denn was wird aus ihnen,w enn ihnen ständig alles vorgeschrieben wird und ihnen gründe wie mobbing genannt werden? schlimmstenfalls können sie im späteren leben nie etwas selbst entscheiden und leben in ständiger angst, von anderen ausgelacht zu werden. gemobbt kann sowieso jeder werden, aus den verschiedensten gründen, wie du bereits gesagt hast
    die ausrede "mobbing" finde ich noch dazu sehr blöd, da sie meistens von denselben leuten kommt, die gegen homosexuelle beziehungen und ehen sind. als würden sie hoffen, soetwas bereits im keim ersticken zu können....

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    1. Ja, ich meine ja nicht, dass man keine Grenzen setzen sollte.(Verbote sind schon wichtig. "Kind, fass die Herdplatte nicht an!") Aber bei so etwas Lächerlichem wie Kleidung, muss man doch kein Drama machen. Vor allem sehen kleine Kinder doch eh unisex aus. :D

      Wenn die Kinder in jungen Jahren schon keine Selbstakzeptanz lernen, dann wirds in der Zukunft auch nicht einfacher, was schade wäre. Eine Einschränkung des Selbst tut doch keinem gut.

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  5. Word!
    Mein Neffe darf sich seine Klamotten selbst aussuchen, aber seltsamerweise will er immer nur BLAU tragen. Ob er dahingehend schon von der Werbung manipuliert wurde oder es ihm einfach gut gefällt - man weiß es nicht. Jedenfalls macht es ihm auch immer viel Spaß mir beim Nägellackieren zu assestieren und dann möchte er auch immer von mir seine Nägel bunt angemalt bekommen. Und das kriegt er auch! Zum Glück, hört man dann von anderen Familienmitgliedern keine doofen Sprüche, auch sie lassen ihn die bunten Fingernägel tragen.

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  6. Wenn ich einen solchen Text lese, wird mir oft ganz warm ums Herz. Du hast es mal wieder geschafft, mir ein Thema von der Seele zu schreiben, von dem ich nicht einmal ahnte wie präsent es sein könnte oder einmal wird.
    Genderneutrale Erziehung, schön und gut. Dennoch finde ich persönlich sollte man überall aufpassen wen es um Erziehung geht. Zwar jetzt nicht bei diesem Thema, aber bei, ich nenns mal, "Neumodisch-esotherischer Erziehungsquatsch", den sich die Bionadetrinkenden Akademikereltern im Reihenhausgarten inklusive gesamter Nachbarschaft (ob freiwillig oder nicht sei dahingestellt) Tag ein Tag aus reinziehen. Ist vielleicht etwas überspitzt formuliert und ja, ich bin vermutlich (sogar ziemlich sicher) vorurteilsbehaftet.
    Hast du schon einmal von Pekip gehört? Oder ähnlichem? Nichts gegen Genderneutrale Erziehung, und vor allem etwas gegen meinungsbildende Erziehung, aber bei solchem Seminar-Institutionalisiertem Unfug platzt mir der Kragen. Sollen die Kinder das doch selbst rausfinden und nicht von Helikoptereltern bewacht werden.
    Mein Bruder hat sich mit 4 pinke Lack-Barbie-Schuhe gekauft. Und falls mein Sohn das möchte, kaufe ich ihm die auch. Das einzige was ich machen werde ist ein Foto. Für eventuelle spätere Festivitäten. ;)

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  7. Ja ist bisschen so eine Sache, ob man sich auf den ganzen Kram einlässt. Ist ja das selbe wie Google+ im Grunde. Spotify zahl ich sogar, und es ist für meine Ansprüche klasse.
    Ich hatte damals eine ganz schreckliche Page mit Musik drauf, die niemand hören will, ganz viele Emobilder und Gothic und so. Jaja. Aber so Autoplay Teile sind wirklich schlimm, wenn du deine neuen Meldungen durchgehst und irgendwo in 5 Milliarden Tabs eine anfängt rum zu düdeln. Zum Glück sieht man jetzt wo.

    Nein, aber wird es vermutlich einmal werden. Ich meinte einen rein theoretischen noch nicht existierenden Sohn. Für Kinder bin ich viel zu jung und eine Sache über die ich jetzt nicht Nachdenken muss, glaub ich :P Ich kratze nur Oben am Eisberg, wenn ich zum Beispiel meinen Vater besuchen fahre, da der in einem "Pekip-Viertel" wohnt. Oder jedenfalls mitten unter solchen Leuten.
    Ist zwar vermutlich ein Klischee, aber den Spruch "Y u no doctor yet?" Hörst du vermutlich viel zu oft oder? Ja ich hab es auch nur am Rande mitbekommen, aber das hat mir schon gereicht. Wer weiß, vielleicht ist es ja auch gut und ich bin ignorant, aber trotzdem kann ich mich damit überhaupt nicht anfreunden.
    Eben, genau meine Meinung.

    (Da ich nicht wusste was du eher liest, schreib ichs einfach hier nochmal :D)

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  8. Haste denn ne Idee warum das Inspo und nicht Inspi heißt? :D
    Das hier http://de.urbandictionary.com/define.php?term=inspo hilft irgendwie auch nicht weiter. ^^
    Vlt. liegt es einfach daran, dass die Endung "i" irgendwie zu sehr verniedlicht? Oder Inspo als lautliche Anlehnung an Info? Keeeeine Ahnung :D

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  9. Ich glaube einfach, auch wenn ich vielleich falsch liege, das erschreckend viele Leute in unserem Alter darüber noch nie nachgedacht haben. Jedenfalls kommt es mir in der "Partygesellschaft" so vor. Da ich gerade nicht zur Uni gehe, hab ich genug Gelegenheit das zu beobachten. Was da so abgeht hab ich eh schon gar keine Lust mehr den Fuß vor die Tür zu setzen.
    Unter anderem leider ja. Also nie mit gefärbten Haaren, aber von der Frisur und der Musik und dem ganzen Teeniedrama her schon. Die Metalvergangenheit ist insofern nicht richtig, da ich immer noch viel in die Richtung höre, im Grunde also noch nicht vorbei:D
    Ich dachte das wäre das Klischee von asiatischen Eltern(teilen)? Oder was hälst du für ein Klischee? Ich glaub in der Technik bin ich wohl auch ziemlich gut. Ich denk mir immer, die haben noch ein anderes Kind, das kann dann richtig erfolgreich werden, ich mach das was Spaß macht :p

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  10. Oh amn, mit dieser Wunschgeschichte hab ich mir ja jetzt schon ordentlich was eingebrockt. Aber was wäre das Leben ohne Nervenkitzel :p Und alle Leute die dieser Satz auf meinem Blog von dir ihre anscheinend eh schon schwankende Meinung überdenken lässt, sollten keinen Platz in deinen Gedanken haben. Alles nur verschwendete Zeit.

    Genau das denke ich mir auch sehr oft. Deswegen gehe ich auch nicht gerne in Clubs. Ich finde es viel entspannter im Sommer Abends einen See zu besetzen mit ein paar Freunden, und Musik zu hören, bzw es sich da gut gehen zu lassen. Oder zur Abwechslung mal eine Party bei jemandem daheim, aber dieses ganze Gegenseitig Zucker in den Arsch blasen und Auftakeln nur um massenhaft Geld für Drinks die ich selbst besser gemischt hätte rauszuwerfen.. Nein danke.
    Ja so um den Dreh Anfang bis Mitte 20. Wenn es einvernehmlicher Spaß ist, ist ja alles gut. Außerdem, wer bin ich denn über andere Leute zu urteilen.

    Insgesamt ist es doch mit den zigmilliarden Sub- und Subsubgenres mittlerweile schon viel zu schwer da den Überblick behalten. Ab dem wievielten sub wird es eigentlich zu Dubstep? Das sind die Fragen die die Menschheit bewegen sollte. (Wegen subsubsubsub, undso).
    Nenne 4 Bands die du zur Zeit richtig gut findest! Ich brauch nämlich neue Musik :p

    Und um am Ende noch eine Phrase zu dreschen:
    Lieber wenig versprechen und mehr liefern, als zu viel versprechen und zu wenig bringen.

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  11. Es ist noch nicht alles verloren, ich glaube ich habe einen guten Anfang gefunden. Fehlt nur noch der Rest. :p Wer soll dich denn dafür verurteilen? :p Ich kenne jeweils nur ein zwei Lieder, aber man hört ja nicht ausschließlich ein Genre. Mir gefallen gerade zum Beispiel Vimes ganz gut, und mit harten Gitarren haben die mal gar nichts zu tun. Allerdings gehe ich auch auf ein Deez Nuts Konzert und spiele eine Zakk Wylde Gitarre, aber who cares :D
    Ich habe so langsam das Gefühl ich hätte deinen Blog schon viel eher lesen sollen.

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  12. Das(s) fehlende habe ich ein paar stellen weiter oben zusätzlich verbaut, um einen Ausgleich zu schaffen. Der Schönheitsfleck bleibt jetzt. :p

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  13. Wie gesagt, ich bin gerade verzweifelt auf der Suche, also wenn du ein paar gute (auch ältere) Tipps hast wäre ich dir sehr dankbar. :D
    Ja, falls du biohazard kennst, in etwa so, oder wie ADTR mit rap? Keine Ahnung, ich kannte nur ein paar Lieder bisher, aber die spielen umsonst und ein Kumpel ist Fan. Ansonsten (früher) halt oldschooliger, in Richtung Black Label Society, Tool, Puscifer und und und.

    Ehrlich gesagt hab ich auch nicht so die Ahnung wann und warum. Ich hab mal einen Post gelesen, dich abonniert und dann ewig nicht vorbei geschaut. Neulich aber wieder gefunden in der Liste und mich gleich mal durchgeklickt. Mir gefällt einfach deine Art zu schreiben, du könntest bessere Kolummnen schreiben, als die meisten Zeitungen gerade haben.
    Weiß auch nicht wieso ich ein Kerl bin, war halt ne 50/50 Chance :/

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