05.04.2016

The Dark Neid

Wenn nicht im Internet, wo dann gibt es so viel Neid und Missgunst auf einen Haufen zu spüren und zu beobachten? Im Alltag kann uns das natürlich auch hin und wieder begegnen. Da waren z.B die Arbeitskollegen mal kurz im Urlaub, ach auf den Malediven? Ja, schön... Oder "Wieso ist DER mit SO einer zusammen?" "Wieso kann die Person, so viel essen, wie sie will und sieht aus wie frisch aus einem Modemagazin geschlüpft?" Das besonders tolle und kritische an sozialen Netzwerken ist ja, dass man alles tolle, alles perfekte alles auf einem Haufen sieht und präsentiert. Denn wer postet seine misslungenen Selfies schon auf diversen Plattformen und dann noch OHNE Filter?! Richtig, nur Amateure!

Mein persönlicher Pro Tip an euch ist es, dass ihr euch immer wieder bewusst werden müsst, dass andere kein besseres Leben haben als ihr. Ihr habt ebenso ein erstrebenswertes Leben und Dinge, für die ihr beneidet werdet. Manchmal werde ich für Dinge beneidet (für die ich nicht mal etwas kann :O) und dann denke ich mir nur, ja ich habe dieses und jenes und dieser Bereich in meinem Leben läuft super, aber dafür hast du auch andere Dinge, die ich dafür nicht habe und gern selbst so hätte. Das ganze Leben besteht doch meist nur aus Kompromissen und Prioritäten. Aber ich wiege ab, worin ich mein Geld und meinen Energie stecke und bin deshalb zufrieden damit, weil es meine Entscheidung ist!

Man weiß nie, was hinter dem ach so hübschen Mädchen steckt, das ständig auf Reisen ist und einen mindestens genauso hübschen Freund hat. Und solange man nicht hinter die Fassaden jedes einzelnen schauen kann, kann man nur davon ausgehen, dass jeder so seine Problemchen hat, die er mit sich rumschleppt. Deshalb kann man nur eins machen: Gönnt es den Leuten einfach. #gönndirundihr Denn insgeheim weißt du nicht, wie glücklich jemand ist, nur weil er sich vermeintlich glücklich im Internet präsentiert. 

Und um das ganze hier wie in einer Hausarbeit abzuschließen, ein melodramatisches Zitat von Kafka:

Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.

In diesem Sinne: habt euch lieb!

Kommentare:

  1. Deshalb finde ich Twitter teilweise so unerträglich. Das ist anscheinend das offizielle Hass- und Neid-Medium.

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    1. Sehr interessant, wie unterschiedlich wir das wahrnehmen! Ich mag Twitter besonders dafür, dass die Leute dort sowohl gutes als auch schlechtes aus ihrem Alltag posten. Das ist kein Album für Bilder von guten Tagen so wie es Instagram bei mir ist.

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    2. twitter ist für mich irgendwie die Plattform, auf der es cool ist uncool zu sein. Jeder ist süchtig nach Serien, hasst Montage ...und mag ungesundes Essen "ihr kennt das". :D

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  2. #gönndirundihr
    Sehr interessant - es heißt ja meistens nur #gönndir. Sind wir deshalb so schlecht darin, anderen etwas zu gönnen, weil der Hashtag uns darauf nicht ansatzweise vorbereitet?
    Ansonsten: Neid ist doof und sinnlos solange er einen nicht dazu veranlasst, selbst den Hintern hoch zu nehmen und für seine Ziele zu arbeiten.

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  3. Mensch, ich wollte vor kurzem exakt so einen Text schreiben. Über die Verschiebung der Wahrnehmung und den Darstellungswahn im Internet. Dass es mittlerweile üblicher ist, auf Fassaden zu treffen zwischen den Pixeln, denn auf echte Menschen. Und dann kommst du mir einfach zuvor!
    Aber mal im ernst: Du hast das Thema gut betroffen, das mich schon eine ganze Weile beschäftigt. Danke für den Beitrag :)

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